Heinrich IV.

...in der Toskana der 20er Jahre. Eine historische Parade in Kostümen, es ist Karneval, ein Mann fällt vom Pferd. Schwer verletzt überlebt er das Koma und wacht auf. Vor dem Sturz als 'Heinrich der Vierte', Kaiser des deutsch-römischen Reiches, kostümiert, glaubt er in seinem Wahnsinn nach dem Koma, er ist der Kaiser.

Der 'Kaiser' wird in eine Villa in der Toskana, weit entfernt von jeder Modernität, eingeschlossen, ständig beobachtet und gepflegt. Alle in der Villa lebenden Personen werden aus Angst um seine Gesundheit zum Hofstaat Heinrich IV...

Pirandello spielt mit der großen Geschichte Deutschlands. Die Begeisterung für jenes Mitteleuropa lässt den Autor mitten in Italien 'einfallen'. Die Phantasie während der Krankheit wird Realität und Fragen kommen auf: "Ist der Kranke nun krank oder nur verrückt?", "Spielt er eine Rolle - ist seine neue Identität vielleicht besser als seine wahre? "

Verschiedene 'Seelen' unterschiedlicher Art, verschiedene 'Ichs', eine große schauspielerische Herausforderung für einen in Wittenberg bereits bekannten und geschätzten Darsteller wie Christian Graf. Auch für Wittenberg eine Herausforderung, wo in der faszinierenden Kulisse der alten Festungsanlage des Brückenkopfes die große 'Metafora der Welt' spielen wird. Am südlichen, einst durch Hochwasser zerstörten, Ufer der EIbe erleben die Zuschauer den 'Verrückten' und werden durch ihn in eine andere Zeit versetzt - in eine Zeit der Illusion und Phantasie.

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