Premiere: 10.07.1999 - 20:30 Uhr
Katharinen-Nacht

Theater soll dem Zeitalter den Abdruck seiner Zeit zeigen. In Form der Collage ermöglichen Peter Schütze und Peter Ries die Überlappung der reformatorischen Chronik.

Katharina, "die Reine", das ist ein Name für Frauen, nicht für Frau, nicht so ganz allgemein und grundsätzlich, sondern für die Lebendigen in ihren Möglichkeiten und Beschränkungen, die ganz unterschiedlich waren und sind.

Mit der Katharinen-Nacht wird die Geschichte der Reformation aus der Perspektive der Frau dargestellt - Katharina von Bora tritt aus dem Schatten Martin Luthers, Reformator und Ehemann. Die Beziehung der umstrittenen Eheleute wird in verschiedenen Szenen aus wechselnden Kontexten beleuchtet.

In 21 Szenen treffen wir auf die Eheleute "Herr Doktor" und "Herr Käte". So wird zunächst die Flucht der Nonnen aus dem Kloster Marienthron bei Nimbschen diskutiert und auch dem Disput von Luther und Melanchthon kann man beiwohnen. Verschiedene Blicke nach Rom thematisieren die Verhältnisse zum derzeitigen und zu vergangenen Päpsten sowie die Befürchtungen des Vatikans gegenüber dem Protestantismus.

Man hört Katharina von Bora im Monolog, aber auch in Dialogen mit ihrem Ehemann, Namensvetterinnen, wie Katharina Velten und Catharina di Silva und anderen Figuren der Reformationszeit.

Die Zeit der Reformation wird nicht nur philosophisch hinterfragt, es gibt auch Diskurse in das Privatleben mit all´ seinen Problemen - seien es Fragen zu wirtschaftlicher Natur oder die Hochzeitsnacht des Mönches und der Nonne.

Die Katharinen-Nacht bietet den großen Katharinen die Möglichkeit, sich zu emanzipieren und die weibliche Sicht der Dinge in einer ereignisreichen Zeit aufzuzeigen.

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