Premiere: 07.07.2000 - 20:30 Uhr
Luther und Faust

Wie niemand sonst haben diese beiden Figuren, zwei Männer, die Vorstellung vom "Deutschen" genährt und zu wüsten Phantasien wie zur Heldenverehrung Anlass gegeben.

Was Faust und Luther bewirken und was man ihnen angetan hat, ist das Thema unserer Collage: der Forscher, der Gottesmann, der Künstler, der Zweifler, der Ketzer, der Teufel - sie alle betreten leibhaftig die Bühne, und sie verkörpern, wozu man sie machte, streiten wider sich und die "Vollstrecker des Erbes". Das Spiel mit den Gestalten hat komödiantischen Reiz; legitime Verwandlungs-Anstalt ist das Theater. Wo könnte man besser als hier den oft blutigen historischen Mummenschanz darstellen und sinnfällig machen?

Das Spiel "Luther und Faust - zwei deutsche Männer" nutzt die theatralischen Formen der eigenen Geschichte: von der Hanswurstiade, dem Volksbuch und der Sage bis zum Drama und zur Collage der Stil- und Kunstformen, die offen ist für das Fragmentarische der Geschichten und Deutungen.

Sie nutzt den Platz des Geschehens, Wittenberg, wo die beiden zwiespältigen Helden einer deutschen Geschichte sich vielleicht wirklich begegnet sind, bevor die Legende, Goethe in seinem "Faust" und Strindberg in seiner "Nachtigall von Wittenberg" beider Leben verbanden.

"Luther und Faust" ist ein historischer Bilderbogen, eine Revue in Sprache, Bewegung, Musik - und eine Phantasie über die Verwandtschaft und die Verwandlungsfähigkeit der beiden "deutschesten" Galionsfiguren.

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