Premiere: 22.06.2006 - 20:30 Uhr
Lutherversteck Wittenberg

Aufgeschreckt durch die Ausgrabungen auf dem Lutherhof, die die Latrine enthüllten, auf der dem großen Reformator die entscheidende Erkenntnis im Glauben gekommen sein soll, kehrt Luthers Geist in die Wittenberger Gegenwart zurück.

Nun ist gerade der große Tag vom Stadtfest "Luthers Hochzeit" und wie soll es anders sein - auf seinem Ausflug in die Gegenwart begegnet er seinem Doppelgänger, dem "Stadtfest-Luther", und anderen Figuren der Wittenberger Gegenwart.

Während zwei amerikanische Touristen, durch die Presse angeheizt, die berühmte Latrine besichtigen wollen, hält die "Stadtfest-Katharina" den Geist fest und will ihn zum Stellplatz schleppen, da die Hochzeitsgesellschaft schon wartet. Nachdem er erfolgreich einer "erneuten" Hochzeit entkommen ist, trifft er nun auf sein Spiegelbild. Nach dem Versuch der Klärung seiner Identität beschließt er, sich von dem Trubel zu entfernen und ein Versteck zu suchen. Inzwischen tritt eine Stadtführerin auf, die über das Wittenberger Marketing-Konzept philosophiert und Luther in dieses in persona einbindet.

Noch immer auf der Suche nach einem geeigneten Versteck, trifft er auf seinen Freund Cranach, der ihm bei seiner Suche nach einem geeigneten Versteck leider auch nicht weiterhelfen kann. Nur noch mehr Verwirrung macht sich in ihm breit, als Cranach ihm erklärt, der "Garten Eden" sei ein Freudenhaus. Schließlich verschwindet er wortlos, was man so von ihm gar nicht kennt.

Aber das Leben geht weiter, vor allem, da der Festumzug beginnen soll und plötzlich der "Stadtfest-Luther" unauffindbar ist. Deshalb spielt Katharina kurzerhand mit dem Gedanken, Cranach zu heiraten - das wäre mal etwas anderes!

Zwei Lutheriden tauchen auf. Auf der Suche nach ihrem Papa werden sie von einem Grabspezialisten unterbrochen. Dieser wurde beauftragt, festzustellen, ob in der Schlosskirche der echte Luther beigesetzt ist. Nach reiflicher Überlegung kommt er zu dem Schluss, dass hier in Wittenberg Mozart beerdigt ist und Luther folglich in Salzburg liegt - und Spezialisten irren nie!

Am Ende philosophieren die Denkmale von Luther und Katharina über ihr Schicksal als solches und lassen den Einspruch vom Cranach-Denkmal nicht gelten. Babylonische Sprachverwirrung und geistreiche Wortspiele unterstreichen die irrtümlichen Begegnungen der Vergangenheit mit der Gegenwart. Es darf gelacht werden.

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