Wittenberg verdankt seine Berühmtheit vor allem Martin Luther, der durch seine Thesen den Glauben und die Welt reformierte. Nirgends ist die Reformationsgeschichte so nachvollziehbar, keine andere Stadt war zu Zeiten der Reformation so fortschrittlich wie Wittenberg. Neben Martin Luther haben viele andere ´große Geister´ die Stadt belebt und das europäische Leben maßgeblich beeinflusst; Friedrich der Weise war Kurfürst, Lucas Cranach d. Ä. kam damals als Hofmaler in die Stadt, nicht zu vergessen Philipp Melanchthon als Wissenschaftler und Lehrer.

  

In der kleinen über 700 Jahre alten Stadt an der Elbe zwischen Berlin und Leipzig kann man Geschichte atmen. Nicht nur durch die wichtigen Gebäude, seit der Reformation größtenteils original erhalten (UNESCO-Weltkulturerbe), auch durch viele Veranstaltungen in der Stadt kann man die Geschichte wunderbar erleben.

Dieser kulturelle Hintergrund lässt die Wittenberger auch heute nicht von einem besonderen Anspruch an Kunst und Kultur abkommen. So sollen mit dem Bespielen von „Orten vergangener Wirklichkeiten“ themenbezogene künstlerische Ereignisse geschaffen werden, die einen Brückenschlag von der Vergangenheit in unsere Zeit verdeutlichen. Mit den Mitteln des Theaterspiels, der Musik und Kunst soll aus heutiger künstlerischer Sicht zu Figuren und Orten der Geschichte Stellung bezogen werden. Neben der „oberflächlichen“ Vermarktung der Vergangenheit sollen hier ganz bewusst neue Akzente gesetzt werden. Geschichte soll mit einem hohen künstlerischen Anspruch für die Gegenwart aufgearbeitet werden, sich am Heute reiben, Fragen neu stellen und den lokalen Bezug verdeutlichen.

So wird dem Besucher ein Erlebnis vermittelt, das neue Zugänge zur Geschichte, auch der lokalen, ermöglicht, Antworten für heute sucht und somit die Attraktivität über das Betrachten hinaus erweitert. Diese Idee fand seine Verwirklichung mit besonderen Theaterprojekten der Jahre 1996 bis heute. Die Aufführungen, eingebunden in den „Wittenberger Kultursommer“ und in Ergänzung zu einem Event wie dem Stadtfest „Luthers Hochzeit“, sollen überregionale Ausstrahlung und Bedeutung für die kulturelle Vielfalt, den Anspruch und die touristische Belebung Wittenbergs und der Region haben.

Seit 2002 werden die Theaterevents unter dem Namen „Bühne Wittenberg“ zusammengefasst. Initiiert wurde die Idee – die nun Programm ist – vom damaligen künstlerischen Leiter Fernando Scarpa, der sich fünf Jahre lang für die Produktionen verantwortlich zeigte und 2001 die Nachfolge von Peter Ries, welcher mit seinen Arbeiten seit 1996 in der Lutherstadt zu Hause war, antrat.

Es wird, wie auch schon in den vergangenen Jahren, eine enge Vernetzung mit anderen Veranstaltungen, Akteuren und Institutionen in Wittenberg und in der Region erfolgen. Die Tradition der Stadt ist faszinierend, mit der Bühne Wittenberg werden neue Impulse für die Aufarbeitung der Reformation, die Auseinandersetzung mit großen historischen Figuren und die Geschichte der Universität gesetzt.

Wittenberg ist eine Stadt, in der man eine große Begeisterung für Neues spürt. Hier steht ein Fundament, um wie einst eine neue, spannende und besondere Kultur(-geschichte) zu schreiben. Der bisherige Erfolg bei dem Publikum sowie die gute regionale und vor allen Dingen überregionale Medienresonanz bezeugen, dass neue und frische Ideen für die Stadt und dank der Unterstützung der ganzen Stadt angenommen, ja geradezu gefordert werden! Die Bühne Wittenberg will die ganze Stadt durch besondere Projekte auf die Bühne bringen. Historische Gegebenheiten werden neu präsentiert, die große Tradition der Stadt soll neu aufleben können und den Glanz und die Kraft in die ganze Bundesrepublik und Europa tragen. Geplant sind neue Produktionen sowie Gastspiele. Der Grundgedanke ist, den wichtigen Blick auf Wittenberg zu vertiefen sowie auch die europäischen Möglichkeiten voll zu nutzen.